Mallorca (2014)

Im Mai 2014 war ich auf Mallorca. Bei vielen spukt vielleicht noch der Begriff „Hausfrauen-Insel“ im Kopf herum, „Ballermann“, „Besäufnisse“, „Party“ usw. Aber das alles stimmt so nicht. Ballermann existiert – aber das ist nur ein ganz kleiner Teil im Süden der Insel. Auf dem riesigen Rest geht es gesittet zu.

Ich habe mich damals nach langer Suche für ein Hotel in Cala D’Or entschieden. Cala d’or liegt an der Ostküste und hat zwar 5 Strände, allerdings sind alle recht klein. Hier ist einer davon, gerade mal 2 Minuten von meinem Hotel entfernt:

Cala d’Or ist zwar eine Ferienkolonie, allerdings gibt es hier eine Vorschrift, dass die Häuser nicht höher als 3 Stockwerke gebaut werden dürfen, um das Gesamtbild nicht zu stören. Um das Dorf zu besichtigen eignen sich die MiniTren, 2 kleine Minizüge auf verschiedenen Strecken, mit denen man auch tolle Rundfahrten machen kann. Eine komplette Rundfahrt von ca. 1 Stunde Dauer kostet 4 Euro, aber die sind gut angelegt.

Hinter dem Zug sieht man das Firmenschild von Avis, hier habe ich mir sehr günstig einen Mietwagen besorgt. Man muss nicht immer zu NoName-Anbietern gehen …

Am ersten Tag habe ich eine Tour entlang der Ost- und Nordküste gemacht. An der Ostküste gibt es drei sehr große und bekannte Höhlensysteme, die man besichtigen kann. In der Coves del Drac war ich bei meinem ersten Besuch 1989, deshalb ging es jetzt etwas weiter nördlich in die Coves d’Arta in der Nähe von Canyamel. Allein der Ausblick von dort über die Küste ist einen Abstecher wert:

 

Beeindruckend ist die „Säulenkönigin“. Laut dem Führer wächst sie pro Jahr um 1 mm nach oben, in 5000 Jahren wird sie die Decke erreichen. Wer dieses Ereignis also mitbekommen will, der hat noch Zeit zum Planen 😉

 

Die Tour ging weiter nach Cala Ratjada zum Mittagessen und dann die Nordküste entlang zum nördlichsten Zipfel der Insel, dem Cap Formentor mit seinem Leuchtturm. Die Fahrt dahin geht zwar über jede Menge Serpentinen (für Fahränfänger ziemlich anstrengend), aber die vielen Aussichten lohnen sich:

 

Am zweiten Tag ging es nach Palma zum Bahnhof des „Roten Blitzes“, einer uralten Eisenbahn zwischen Palma und Soller. Die Fahrt dauert etwas über eine Stunde, ist aber ein absolutes Erlebnis (Tipp: Im Bahnhof ein Kombi-Ticket für die Weiterfahrt nach Port de Soller kaufen !). Die Eisenbahn wurde vor rund 100 Jahren gebaut, weil der Transport der angebauten Orangen mit Eseln und Karren zu lange und zu beschwerlich war. Insgesamt fährt der Zug durch 14 Tunnel (wenn ich mich nicht verzählt habe).

Mitten auf der Strecke muss der Zug auf den Gegenverkehr warten, weil die ganze Strecke nur eingleisig ist.

In Soller angekommen kann man direkt am Bahnhof in die Straßenbahn einsteigen. Die sieht teilweise ähnlich antiquiert aus wie der Rote Blitz. Tipp: Auf eine offene Straßenbahn warten, im Sommer ist das erstens angenehmer und zweitens kann man besser fotografieren.

Port de Soller hat mich jetzt nicht so vom Hocker gehauen. Ich war eine Stunde da, hab ein wahnsinnig teures Eis gegessen, ein paar Fotos geschossen – und bin wieder zurückgefahren. Wenn man einen reinen Strandurlaub machen will, dann ist man dort sicher gut aufgehoben.

Soller bietet schon etwas mehr: Ein kleiner Spaziergang durch die Innenstadt ist immer eine gute Idee, bevor man dann wieder mit dem Roten Blitz zurückfährt.

Was man auf jeden Fall auf Mallorca machen muss: Die Hauptstadt Palma besuchen. Von Cala d’Or aus fährt man zwar ca. 1 Stunde, die sich etwas ziehen, aber Palma selbst entschädigt dann für alles.

Tipp: Wenn man vor halb 10 Uhr ankommt, findet man immer einen Parkplatz unter dem Parc de la mar gegenüber der Kathedrale. Zentraler kann man kaum parken.

Direkt neben der Kathedrale ist der Urlaubspalast der Königsfamilie. Ich glaube, die waren sogar zu Hause. Mehr Fotos von Palma und Mallorca generell findet Ihr in meinem Fotoalbum.

Noch ein Wort zu meinem Hotel in Cala d’Or: Ich habe vor Jahren schon aufgehört, nur nach der günstigsten Unterkunft zu suchen. Es soll nicht die Welt kosten, aber es muss mir gefallen und ein gescheites Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Von daher suche ich Hotels mit mindestens 3 Sternen aus. Und ich war auch hier mit meiner Wahl sehr zufrieden. Wer meine Bewertung lesen will, der kann das gerne auf Tripadvisor.de machen.

Fazit: Mallorca ist nicht nur eine Reise wert. Besonders für diejenigen, die nicht nur braun werden, sondern Land und Leute kennenlernen wollen. Zu sehen und zu erleben gibt es genug. Leider war auch hier eine Woche zu kurz. Deshalb fliege ich in ein paar Jahren sicher noch einmal hin.

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