Edinburgh (2019)

Regelmäßige Follower meines Blogs wissen: Ich mache gerne Städtetouren. Und da ich noch nie in Schottland war, aber viel Nettes darüber gelesen und gehört hatte, ging es Ende Juni nach …

Jetzt muss einem eines klar sein: Bei uns zu Hause kann es durchaus Hitzerekorde geben – in Schottland eher nicht. Dementsprechend hatte ich dort maximal 22°C und meistens war es stark bewölkt, während die Heimat unter bis zu 39°C stöhnte. Verständlich, dass ich nach der Rückkehr erstmal 2 Tage zum Akklimatisieren brauchte …

Ich flog mal wieder mit RyanAir, diesmal allerdings nicht von Frankfurt aus, sondern von Düsseldorf Weeze. Das hatte einfache Gründe: Ich konnte direkt fliegen, musste nicht in Stansted umsteigen (die Reisezeit insgesamt war dementsprechend viel kürzer) und es war deutlich billiger.

Ich hatte mir vorher 2 Apps auf das Smartphone geladen: „Bus and Trams“ und „m-ticket“, mit denen ich die besten Verbindungen innerhalb Edinburghs finden und gleich Online-Tagestickets kaufen konnte. Das Interessante ist nämlich, dass man zwar beim Busfahrer bezahlen kann, aber entweder passend oder man bekommt kein Wechselgeld zurück.

Die Fahrt in die Stadt kann man mit den AirLink-Bussen oder einer Tram machen. Ich nutzte den Bus, stieg an der Endhaltestelle Waverly bridge aus und hatte folgende Aussicht:

Old city of Edinburgh

Gebucht hatte ich in den Pollocks Halls, einem Teil der Universität mit vielen Studentenbuden.

Am Tag nach meiner Ankunft bekam ich Besuch von Markus, einem Kollegen, der seit knapp 4 Wochen mit dem Motorrad in England, Wales und Schottland unterwegs war. Direkt hinter Pollock Halls befindet sich „Arthur’s seat“, der höchste Punkt Edinburghs. Von dort hat man einen tollen Überblick über die ganze Gegend, also Grund genug, dort raufzuklettern.

Ich bin bei Facebook in diversen Gruppen, deshalb hatte ich auch den TIPP bekommen, im Dishoom indisch essen zu gehen. Wer mal dort ist: Unbedingt den warmen Schoko-Pudding mit Chili-Eis probieren !!!

Der nächste Tag war regnerisch. Wir hatten einige Punkte geplant, haben uns dann aber mit nassen Klamotten in das Dynamic Earth geflüchtet, eine riesige Ausstellung mit der kompletten Erdgeschichte. Sehr interessant und gut gemacht. Als wir durch waren, ging es los mit der geplanten Tour, der „Royal Mile“. Das ist eine Abfolge von mehreren Straßen zwischen dem Holyrood Palace und dem Castle. Angeblich ist die Strecke ziemlich genau eine Meile lang, daher der Name. Hier mal ein paar Eindrücke von der Strecke:

Holyrood Palace, eins der Schlösser der Queen. Angeblich war sie ein paar Tage später da.
Das schottische Parlament, gegenüber vom Schloss.
Die High Street, leider immer noch verregnet.
St. Giles Cathedral, im Vordergrund die Statue von Adam Smith.
Eine Meile geschafft: Das Castle of Edinburgh.

Das letzte Bild zeigt etwas Besonderes: Überall an der Royal Mile gehen winzige überdachte Gässchen ab, die sogenannten „Closes“. Oft sind es nur enge Verbindungen zu den Parallel-Straßen, aber manchmal findet man auch ein Geheimnis wie diesen kleinen Park.

Für abends hatten Markus und ich eine Grusel-Tour gebucht. Bis dahin war noch viel Zeit, also marschierten wir weiter durch die Stadt – und kamen irgendwann zu „Greyfriars Bobby“, dem berühmtesten Hund Edinburghs. Die Legende sagt, dass er 14 Jahre lang auf dem Grab seines verstorbenen Herrchens saß, bevor er selbst starb. Er hat am Eingang des Friedhofs sein eigenes Grab bekommen und um die Ecke eine Statue. Es soll angeblich Glück bringen, wenn man seine Nase reibt. Das wird von ziemlich vielen Touristen gemacht, wie man sehen kann.

Greyfriars Bobby. Eine mitfühlende Seele hat ihm einen Hundekuchen spendiert.

Genau gegenüber befindet sich das National Museum of Scotland. Wie fast alle Museen in Großbritannien muss man keinen Eintritt zahlen. Sollte Euch das Museum interessieren: Bringt viel Zeit mit, das Ding ist riesig. Und besucht die Terrasse im 7. Stock, von da hat man einen schönen Blick über die Stadt !

Nach einem guten Abendessen gings dann zum Treffpunkt der Grusel-Tour. Ein junger Schotte führte unsere Gruppe zu diversen Plätzen, wo in den letzten paar hundert Jahren Schreckliches passiert ist. Mein Pech: Ich habe kaum was verstanden. Das mag am schottischen Akzent liegen und daran, dass der Guide sehr schnell gesprochen hat. Naja …

Der nächste Tag zeigte sich trocken und so konnte ich wieder ohne Schirm auf Tour gehen. Eins der Ziele war diesmal Calton Hill, ein Hügel in der Nähe des Palastes. Dort kann man folgendes erleben: 1. Abstand von der Hektik in der Stadt; 2. einen tollen Ausblick über die ganze Gegend; 3. jede Menge Monumente, die irgendwann für irgendwen oder irgendwas dort gebaut wurden. Ein paar Beispiele, das „National Monument of Scotland“ und das „Nelson Monument“, bei dem man gegen 6 Pfund Eintritt ganz nach oben steigen kann:

A propos „Ruhe suchen“: Mitten in der Stadt, direkt an der Princes Street, gibt es einen von mehreren Parks, den „Princes Street Gardens“. Auch da wird es schlagartig ruhiger und man kann sich in aller Ruhe von einer Bank aus das Castle anschauen, das über einem trohnt, während man einen Hotdog vom nahen Lädchen vertilgt.

Wenn man an Geschichte interessiert ist, lohnt es sich, an den Hafen im Norden Edinburghs zu fahren. Dort liegt seit ein paar Jahren die königliche Jacht „Britannia“ vor Anker und man kann dort so interessante Dinge wie das Schlafzimmer der Queen, die Wäscherei aus den 50ern und die spiegelblanken Schiffsmotoren sehen:

Der Speisesaal. Den kann man sogar mieten !
Das Bett der Queen. Die Inneneinrichtung hat sie selbst ausgesucht.
Die Unteroffiziere hatten es da weniger bequem … wenigstens gab es keine Hängematten mehr.

Manchmal geschehen Zeichen und Wunder: Das Wetter klarte auf. Und endlich lohnte es sich, auch mal an den stadteigenen Strand zu fahren, den Portobello Beach. Es war zwar warm, aber an Schwimmern sah ich nur 3 ganz hartgesottene in Neopren-Anzügen – Kunststück bei geschätzten 12 Grad Wassertemperatur 😉 Wie auch immer: Es war schön, bei Sonnenschein am Strand entlang zu spazieren und Meeres- statt Autorauschen zu hören.

Kilometerlanger Strand

So, jetzt ein Hinweis an alle: Wer mit „Harry Potter“ nichts anfangen kann (oder will), der sollte den nächsten Block überspringen und bis zu den letzten Bildern scrollen. Denn Edinburgh ohne „Harry Potter“ wäre nicht vollständig ! Der Grund liegt darin, dass seine Erfinderin, JK Rowling, in Edinburgh lebte und sich an verschiedenen Stellen Anregungen für ihre Geschichte holte. Zum Beispiel in der Victoria Street, die mich, ohne dass ich davon vorher wusste, an die Winkelgasse erinnerte:

Das rosa Haus beherbergt eine Filiale von „Oink“, die eine Art Art Spanferkel-Döner anbietet. Leider war ich zu spät dran …

In der Nähe ist das Cafe „the elephant house“. Hier hat sie gesessen und die ersten Entwürfe auf eine Serviette geschrieben. Und nicht weit weg davon, direkt beim „Greyfriars Bobby“, befindet sich der Greyfriars Kirkyard, ein Friedhof, auf dem man nach einigem Suchen recht bekannte Namen auf den Grabsteinen findet (man kann sich auch eine Karte mit den genauen Stellen kaufen, aber selber suchen macht mehr Spaß).

Am anderen Ende des Friedhofs befindet sich die George Heriot’s School, die als Vorbild für Hogwarts diente.

Harry Potter findet man irgendwie überall. Ob als Hausnummer „23 3/4“, auf Tassen in Souvenierläden oder in einem der vielen Zauberei-Shops – man muss nie weit laufen.

Irgendwann geht leider auch die schönste Zeit vorbei. Nach einem letzten Spaziergang bei schönem Wetter war auch mein Abreisetag da. Wenigstens konnte ich bei blauem Himmel noch ein paar Fotos machen, zum Beispiel auch von der Bank of Scotland 😉 Wie auch immer: Auch wenn das Wetter die meiste Zeit nicht so berauschend war: Ein Erlebnis war Edinburgh auf jeden Fall. Und irgendwann in ein paar Jahren fliege ich nochmal nach Schottland, miete mir ein Auto und fahre durchs Land – und mit dem Hogwarts Express (den gibt es wirklich !).

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