London (2018)

 

Nach 10 Jahren war es endlich wieder soweit: London, ich komme !!

Angefangen hatte das Ganze mit einer Mail. Ich bin auf einigen Mail-Listen von Mensa Deutschland, und eines Tages suchte jemand Mitreisende für die „last night of the proms“ in der Royal Albert Hall. Eine „night of the proms“ wollte ich schon immer mal besuchen (wer mit den Begriffen nichts anfangen kann: Wikipedia weiß Rat).

Ich musste nur ein paar Tage überlegen und meldete mich dann an. Lange Rede, kurzer Sinn: Anfang September trafen sich 7 Leute zu einem unvergesslichen Aufenthalt.

Tag 1:

Ich landete gegen 8 Uhr morgens in Stansted. Jaja, man kann über Ryanair sagen, was man will, aber bis dahin war ich immer pünktlich an meinen Zielorten gelandet. In Stansted traf ich mich dann mit der ersten Teilnehmerin und zusammen fuhren wir mit dem Stansted Express zur London Liverpool Station. Dort kann man sein Gepäck erst mal für teures Geld einlagern lassen. Und dann ging es Richtung Westminster:

Bei der Gelegenheit bewunderten wir London Eye, Big Ben, das House of Parliament, die Downing Street No. 10 und so einiges andere. Eigentlich wollten wir noch in die Westminster Abbey, aber die kostet so viel Eintritt, dass wir schnell weitergegangen sind.

Am frühen Nachmittag trafen wir uns mit weiteren Mitgliedern unserer Truppe zu einer Besichtigung des Buckingham Palace. Das ist ca. 10 Wochen im Jahr möglich, wenn die Queen gerade im Urlaub ist. Auch hier ist der Eintritt nicht billig, aber wann kann man schon mal kucken, wie Familie König wohnt.

Eine ganz nette Hütte, könnte mir gefallen, wenn man nicht so viel putzen und staubsaugen müsste …

TIPP: Eintrittskarten vorher besorgen !  Z.B. hier. Damit kommt man schneller rein. Und nicht zu viele Sachen mitnehmen, man wird am Eingang durchleuchtet.

Besucher bekommen übrigens kostenlos eine Art Walkman mit Kopfhörer, mit der sie in ihrer eigenen Sprache allerlei Wissenswertes erfahren können.

Eine aus unserer Truppe lebt für einige Monate in London, und sie war der Grund, warum wir abends nicht in die Roof top bar „Sky garden“ durften. Sie trug – TURNSCHUHE ! Für die Bar gibt es abends einen Dresscode (tagsüber gilt der nicht !). Wie auch immer, nach einem Abendessen beim Inder nebenan suchten wir eine andere Dachbar auf (ebenfalls mit Dresscode, aber der Türsteher ließ sich dann erweichen). Mit einem Glasaufzug an der Außenfassade ging es dann in 30 Sekunden 40 Stockwerke nach oben in die SushiSamba-Bar. Im Aufzug hatte man diesen Ausblick:

Leider war die Dachterrasse geschlossen, aber wir gönnten uns trotzdem einen Cocktail. Solltet Ihr mal in die Bar kommen: Auf der Getränkekarte gibt es keine Preise. So, wie die anderen Gäste aussahen, ist das denen auch völlig egal. Mein Cocktail kostete sagenhafte 16 Pfund, wobei 2/3 aus Eis bestand.   😉

Tag 2:

Dank Smartphone und WhatsApp konnten wir uns ständig gegenseitig informieren. Zum Beispiel, dass wir gegen halb 11 an die Royal Albert Hall kommen und uns in eine Warteliste eintragen sollen. Hier trafen wir dann auch den Rest der Truppe.

Wir trugen uns ein – und warteten gut anderthalb Stunden auf den nächsten Akt. Der bestand darin, dass uns ein Ordner der Reihe nach aufrief und wir uns brav aufstellten. Jeder bekam dann ein Zettelchen mit einer Nummer und der Anweisung, am nächsten Tag um Viertel nach 5 wieder hier zu erscheinen.

Jetzt zur Erklärung: Die „Proms“ sind eine Konzertreihe, die über den ganzen Sommer an verschiedenen Orten von London stattfindet. Wer will, kann sich für einzelne Konzerte oder für die ganze Saison ein Ticket kaufen. Insgesamt gesehen ist der Eintritt recht billig. Besonders, wenn man für die Abschlussveranstaltung ein „raffle ticket“ ergattert. Das sind Restkarten für die Stehplätze in der Hall. Und genau diese Tickets wollten wir haben ! Aber dazu muss man sich eben so eine Nummer besorgen. Und je kleiner die Nummer, umso größer die Chance, noch ein Restticket für 6 (!) Pfund zu bekommen.

Nach ein bißchen Bummeln im Kaufhaus Harrods gingen einige von uns in den nahegelegenen Hyde Park zu einem Picknick, andere fuhren in ihr Hotel und ruhten sich für den Abend  aus. Denn da war ein „Pub crawl“ geplant, organisiert von einigen Mitgliedern von Mensa London. Einen Pub crawl muss man sich so vorstellen, dass man eine Reihe von Pubs entlang einer Strecke besucht. Wenn man überall ein Bier trinkt, „crawlt“ man am Schluss ins Hotel.

Es war ein sehr netter Abend mit einer wirklich netten und interessanten Gruppe, die ständig größer wurde.

Tag 3:

Der große Tag war angebrochen. Und was macht man da? Man sucht sich irgendwas Originelles für den Abend. Mit einer Mitreisenden besuchte ich den Camden Market. Ich suchte so etwas in der Art wie einen Ohrring mit dem Union Jack. Und Camden ist der Ort mit der größten Chance, so etwas zu finden.

Für den kleinen Hunger zwischendurch 😉

Interessant wird es an den alten Pferdeställen: Ein wahres Labyrinth mit jeder Menge kleiner Stände. Hier kann man sich stundenlang herumtreiben.

Letztendlich fanden wir einen Schlüsselanhänger mit Bezug zur Londoner Tube. Und den hatte ich dann am Abend am Ohr:

Um Viertel nach 5 waren wir wieder pünktlich an der Hall.  An einer Stelle waren Schilder aufgehängt, da durften wir uns aufstellen, in der Reihenfolge der Nummern auf unseren Zettelchen – und warten. Und warten. Und warten.

Es gab sogenannte Ticketholder, also Besucher, die ein Saison-Ticket hatten und dementsprechend zuerst zur Kasse gehen und ein Ticket holen durften. Irgendwann waren wir aber auch dran und es ging im Gänsemarsch zum Bezahlen.

Was dann kam, war einfach gigantisch: das BBC-Orchester, 2 Chöre der BBC, 6000 Zuschauer in der Hall – und wir mittendrin. Jetzt darf man sich das Ganze nicht als braves Konzert vorstellen ! Die „last night“ ist ein Happening mit Luftballons, Konfetti, Tröten usw. Wir hatten jede Menge rote Luftballons mitgebracht und waren schon vor Beginn kräftig am Aufpusten und Verteilen.

Der erste Konzert-Teil war eher klassisch, der zweite dann mehr mit populärer Klassik. Und es ist ein Gänsehautgefühl, wenn 6000 Menschen fähnchenschwingend „it’s a long way to tipperary“ und einiges andere singen. Ein kleiner Einblick:

Wer den 2. Teil komplett sehen will: Sucht mal in der ARD-Mediathek nach „last night of the proms 2018“.

Tag 4:

Am 4. Tag war ich alleine unterwegs, und zwar in den Harry-Potter-Studios ! Der Eintritt ist mit 41 Pfund nicht wirklich günstig, aber für Fans ist das Ganze ein absolutes Muss 😉

In den Studios sind viele Sets aus den Filmen aufgebaut, sehr viele Requisiten ausgestellt, und man kann sogar Filme bekommen, wie man auf einem Besen durch die Luft reitet. Ich lasse einfach mal ein paar Bilder sprechen:

Auch Butterbeer kann man hier probieren. Ich bin aber nicht ganz dahinter gekommen, nach was es schmeckt. Irgendein Sodawasser mit Fruchtgeschmack und einer Art Rahmschicht obendrauf.

Abends ging es mit einem Teil der Truppe zu einem Dim Sum-Essen ganz in der Nähe der Tower bridge. Dim Sum sind kleine gegarte Häppchen, von denen man sich mehrere verschiedene bestellt und so viele Dinge durchprobieren kann.

Tag 5:

So langsam rückte der Abschied näher. Da mein Hotel 5 Tage vor meiner Ankunft das Frühstücksangebot eingestellt hatte, fuhr ich zum Hyde Park,  holte mir in einer kleinen Starbucks-Filiale einen Macchiato und zwei Teilchen, frühstückte auf einer Bank im Park und bewunderte dieses interessante Gebilde im Park:

Eine Skulptur des Künstlers Christo, es besteht aus 7500 Ölfässern.

Später fand ich dann endlich mal die „Speaker’s corner“ (nicht so spektakulär, wie man vielleicht vermutet, und gesprochen hat auch niemand) und die „Peter-Pan“-Statue in den Kensington gardens. Mit dem kleinen Rest unserer Truppe, der noch da war, gings zum Mittagessen in ein vegetarisches indisches Restaurant. Und endlich mal erfreuliche Preise: Für ein Buffet-Menü zahlten wir gerade mal 7 Pfund.

Irgendwann hieß es dann „ab nach Stansted“ und dann nach Hause.

Fazit: Es waren geile Tage !!! Und es gibt den Plan, das Ganze im nächsten Jahr zu wiederholen. Das Abschlusskonzert ist am 14.09.19 – wenn nichts dazwischen kommt, bin ich dabei 😀

 

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