Gran Canaria (2016)

Ich brauchte dringend Urlaub. Und da es an meiner Arbeitsstelle überraschenderweise doch mit Freinehmen klappte, machte ich mich Ende August online auf die Suche nach einem Schnäppchen. Sonne, Strand, 5-6 Tage, nicht zu teuer – das waren die Eckpunkte. Und die fand ich dann (mal wieder) bei Lidl-Reisen: Maspalomas auf Gran Canaria, Bungalow-Anlage, 5 Übernachtungen mit Frühstück, Transfer plus Flug ab Frankfurt zu sehr angenehmen Zeiten … das Ganze für 400 Euro !!! Dreimal darfst Du, lieber Leser, raten, wer ruckzuck gebucht hat 😀

Vor der Reise gabs wie üblich ein bißchen Stress: Ich habe zwar bei der Buchung alle meine Daten angegeben (auch die Kreditkarte) – aber ausgerechnet die wurden nicht an den Reiseveranstalter übermittelt. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich eine Woche vor Abflug eine Zahlungserinnerung im Briefkasten hatte. Kurz angerufen, die Daten durchgegeben … und drei Tage vor Abflug einen Anruf bekommen, das mit der Kreditkarte würde nicht klappen. Also nochmal die Nummer Ziffer für Ziffer durchgegangen, und siehe da: Eine Zahl war falsch!

Und jetzt mal zum eigentlichen: Wie wars … ?

Gebucht hatte ich Condor – und im Gegensatz zur Thailand-Reise habe ich auch Condor bekommen. Der Start hat sich dann um einige Zeit verschoben, die Hilfsturbine war defekt und musste schnell ausgetauscht werden. Ohne die können die Triebwerke nicht gestartet werden – und die Lüftung würde auch nicht funktionieren. Und wer will schon mit ca. 250 Leuten über 4 Stunden in einer Sardinenbüchse ohne Lüftung fliegen … 😉

Es hat aber dann alles geklappt, der Flug war gut. Und dann fuhr auch unser Transferbus los und ich konnte ein schönes Beweisfoto vom Flughafen machen:

Was einem bei der Fahrt in den Süden sofort auffällt: Es gibt an der Küste massenhaft Windräder. Selbst in Gewerbegebieten stehen welche, mitten zwischen den Gebäuden.

Zum Hotel: Für den Preis durfte man natürlich kein 5-Sterne-Deluxe-Appartment mit eigenem Butler erwarten, das wusste ich vorher. Aber ich hatte einen kleinen Bungalow mit eigenem Schlafzimmer, Kitchenette, Bad und Terrasse. Alles einigermaßen einfach, aber sauber und ruhig.

Die (ferne) Aussicht von meiner Terrasse 🙂

Was macht man am ersten Abend? Man geht einkaufen. Zum Glück war quer über die Straße ein Spar, so dass ich abends nicht verhungern oder verdursten musste 😉 Der Spar war übrigens im Untergeschoss eines Gay-Resorts. Die scheinen da in der Gegend wie Pilze aus dem Boden zu schießen. Auch auf der Fahrt zum Hotel habe ich einige gesehen. Naja, da kann man drüber denken, was man will …

Maspalomas und die Nachbargemeinde Playa del Ingles sind ja die Touristenzentren auf Gran Canaria. Hier reiht sich ein Hotel an das andere. Und selbstverständlich ist alles auf Touristen ausgelegt. Das treibt dann so seltsame Blüten wie ein „Frisseur-Salon“ (wer wird da gefressen?), Speisekarten in 8 verschiedenen Sprachen (inklusive Norwegisch) oder die Restaurants „Papi’s Grill“ und „Planet Bayern“. In Las Palmas habe ich eine Pizzeria namens „Träffpunkt“ gesehen und mich gefragt, ob das jetzt Absicht oder ein Versehen war.

Am ersten Tag bin ich erstmal mit dem Taxi zu einem Autovermieter gefahren. Und hier gleich ein TIPP: Man muss nicht immer nach den billigsten Schnäppchen suchen. Ich habe über Sixt einen Seat Ibiza mit Vollkasko ohne Selbstbeteiligung bestellt und pro Tag auch nur 25 Euro bezahlt. Sixt selbst hat zwar dort keine Vertretung, sondern arbeitet mit einem ortsansässigen Autovermieter zusammen, aber es hat alles geklappt.

Mit meinem neuen Auto bin ich dann mittags an den Strand von Maspalomas gefahren – und war enttäuscht ! Der Sand ist toll, man hat jede Menge Platz, man wird nicht andauernd angequatscht, wenn man durch die dortige Fressmeile läuft – aber bis man dann mal wirklich im Wasser ist, dauert es ein bißchen. Der Grund sind Steine ! Große, kleine, glitschige … und alle unter Wasser, so dass man sie nicht sehen kann. Wenn man dann wacklig auf so einem Stein steht und es kommt eine Welle … das ist nicht so angenehm. Man muss sich so ungefähr 20 Meter stückweise ins Wasser tasten, bevor man dann schwimmen kann. Ich hab mir das zweimal angetan und war dann bedient.

Das ist nicht der schiefe Turm von Pisa, sondern der Faro de Maspalomas ! In natura steht er gerade 😉

Am zweiten Tag gings in die Berge. Die Kanaren sind ja wie sehr viele Inseln durch Vulkane entstanden, und dementsprechend sieht die Gegend auch aus: wild, zerklüftet, gigantisch. Wer sich für sowas begeistern kann, sollte unbedingt so eine Fahrt machen. Ich hatte im Internet einen Touren-Vorschlag gefunden, der auch einiges an Kondition abverlangt hat. Zuerst aber zwei dezente Hinweise: 1. Wer noch nie Serpentinen auf schmalen Landstraßen gefahren ist, der kann es hier lernen. 2. Für Fahranfänger ist so eine Tour nichts, also besser nicht überschätzen. Man kann zwar nirgends schneller als 50 fahren, aber wenn einem in einer 180°-Kurve plötzlich ein Bus entgegenkommt, sollte man schon einiges an Fahrpraxis haben. Und noch ein Hinweis: Die Straßen außerhalb von Ortschaften heißen alle „GC-“ und dann was mit Ziffern. Einstellige Zahlen sind Autobahnen, zweistellige sowas wie Bundesstraßen, dreistellige sind Landstraßen. Wobei es durchaus vorkommen kann, dass es sich bei diesen Landstraßen um geteerte Feldwege handelt. Wer sich selbst mal herausfordern will, fährt auf dreistelligen Straßen durchs Land, das macht durchaus Laune 😀

Die Tour ging von Maspalomas zuerst nach Fataga. Unterwegs gibt es (wie eigentlich überall) immer mal wieder die Gelegenheit, anzuhalten und die Aussicht zu genießen. Oder auch, ein Kamel zu reiten 😉

 

Weiter ging die Fahrt nach San Bartolome de Tirajana. Das ist sowas wie die Provinzhauptstadt, zu der auch Maspalomas gehört – allerdings ist San Bartolome viel kleiner. Die nächste Richtung war dann der Roque Nublo. Und hier hatte ich ein Aha-Erlebnis. Irgendwie dachte ich immer, der Roque Nublo wäre das hier (und deshalb habe ich auch ein paar Selfies mit ihm gemacht):

Praktisch ist, wenn man VOR dem 30-minütigen Aufstieg mal die Info-Tafeln liest und nicht hinterher. Eigentlich ist der Roque Nublo nämlich das hier:

Ein 67 Meter hoher Monolith, der wohl irgendeine heilige Bedeutung für die Ur-Kanarier hatte. Man kann übrigens von hier aus bei guten Wetter den Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa sehen. Hier der Beweis:

Was man unbedingt beachten sollte: Getränke und festes Schuhwerk mitnehmen. Ein bißchen Kondition ist hilfreich, auch wenn ich eine Gruppe mit einer korpulenten alten Dame gesehen habe, die den Aufstieg ebenfalls geschafft hat. Was gar nicht geht: Flip-Flops ! Der Aufstieg wird nach ca. 500 Metern nämlich zur Kletterpartie. Aber typisch Touristen: Viele denken gar nicht so weit.

Die nächste Station war der Pico de las Nieves, der höchste Punkt der Insel. Hier hat man einen tollen Rundblick über alles. Und das Beste für den Pauschal-Touristen: Man kann fast bis ganz nach oben fahren.

Zurück gings dann wieder über Tejeda und dann Richtung Heimat. Einen Teil davon habe ich über die GC-605 und GC-505 absolviert (wer das mal bei Streetview nachfahren möchte). Das war vielleicht ein Spaß ! Man kommt zwar auch durch viele kleine Ortschaften, aber sozusagen durch die Hintertür. Über 10 Kilometer ist mir ein einziges Auto begegnet – und das waren ebenfalls Touristen. Was die allerdings in einem schicken Cabrio auf dieser Strecke gesucht haben … ?

Tag 3: Nach der Pleite mit dem Strand von Maspalomas wollte ich nach Playa del Ingles. Laut Internet gabs da auch direkt am Strand einen Parkplatz. Sehr praktisch, wenn man nicht so weit laufen muss – dachte ich. Der Parkplatz ist wirklich direkt an der Strandpromenade. Bis zum Wasser muss man aber noch 600-700 Meter durch die Dünenlandschaft wandern. Das schlaucht ! Und dann: Kilometerlanger Strand, herrliche Wellen, keine Steine … und ein sehr interessantes Bild: Von links gingen Hunderte bis Tausende Menschen mehr oder minder schnell nach rechts Richtung Süden. Ich wusste erstmal nicht, was die da wollten. Aber Google weiß ja alles: In der Richtung ist der FKK-Abschnitt. Wie auch immer: Ich lag an meiner Stelle des Strandes ziemlich alleine 😀

Nachmittags ging es dann nochmal auf Autotour, zuerst nach Las Palmas, bzw. in den Stadtteil Vegueta. Da stehen unter anderem die Kathedrale Santa Ana und ein Haus, in dem Christoph Columbus gewohnt hat.

Natürlich muss man in Las Palmas auch den Strand besichtigen. Und wieder ein Tipp: Wenn ihr in einer Straße mit grünen Markierungen parkt und dann ein Park-Ticket ziehen wollt: Macht es wie ich und fragt hilflos einen Einheimischen, wie das funktioniert. Oder merkt Euch: Wenn auf dem Display was von „Matricula“ steht: Das bedeutet „Kennzeichen“, und zwar das von Eurem Auto. Das muss man nämlich auch eingeben.

Naja, ich bin nach diesen Anlaufschwierigkeiten an die Strandpromenade und erst mal Richtung links. Und da hab ich mich gewundert: Ein einziges Lokal !! Ich habs kaum geglaubt, und dann bin ich mal in die andere Richtung gelaufen. Da waren es dann Dutzende 😀

Übrigens liegt Las Palmas ja ganz im Norden und das Klima dort hat mich eher an die Ostsee erinnert: 5 Grad kälter als im Süden, Wolken, ein bißchen diesig … Steine gibts hier auch im Wasser, aber das sind große Riffe.

Auf dem Rückweg wollte ich dann noch den Bandama besichtigen. Das ist ein ehemaliger Vulkan. Laut unbestätigten Gerüchten soll der in den nächsten 200 Jahren wieder ausbrechen. Naja, ich war da und es ist nix passiert. Von da oben kann man herrliche Panorama-Aufnahmen machen.

Tag vier war auch nochmal für einen Ausflug geplant. Ich bin nach Puerto de Mogan gefahren, dort kann man nämlich einen Ausflug mit einem U-Boot in 20m Tiefe machen und jede Menge Fische sowie 2 Schiffswracks besichtigen.

Auf dem Rückweg bin ich dann noch in Puerto Rico durchgefahren (klingt irgendwie gut, wenn man sowas sagen kann und keiner weiß, dass damit NICHT das Land in Mittelamerika gemeint ist). Puerto Rico hat den größten Jachthafen der Insel – und dementsprechend wurde alles mit Hotels zugepflastert, was nur ging. Selbst oben auf den Bergrücken reiht sich eine Bettenburg an die andere. Ohne eigenes Auto oder einem Shuttle-Bus wollte ich da aber nicht Urlaub machen.

Auf ein Foto vom Strand habe ich verzichtet, den hätte man vor lauter Menschen und Sonnenschirmen eh nicht gesehen.

Tja, und dann gings am nächsten Tag leider wieder nach Hause. Was ich mitnehme: Ein bißchen Farbe (rot-braun), viele Eindrücke und eine ganze Reihe von Fotos, von denen ihr hier nur einige seht.

Wie immer: Fühlt Euch frei, was zu kommentieren. Auch Fragen sind gerne gesehen 🙂

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