Istanbul (2016)

Unverhofft kommt oft …

Auf die näheren Umstände will ich gar nicht eingehen, aber über Ostern bin ich sehr kurzfristig mit einer Freundin nach Istanbul geflogen. Vorneweg: Eigentlich hat mich die Türkei nie gereizt (Türkei-Liebhaber werden das nicht verstehen können), aber wie gesagt, es hat sich irgendwie kurzfristig so ergeben.

Gewohnt haben wir in einem kleinen Hotel in der Nähe der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Istanbul. Topkapi, Hagia Sofia, die Blaue Moschee, der große Basar, der Gewürzbasar und vieles mehr – alles war in maximal 20 Minuten zu Fuß erreichbar. Und wir haben natürlich alles angeschaut 😉

Eins noch am Anfang: Flug und Hotel waren gebucht – und genau an diesem Tag gab es in einer beliebten Einkaufsstraße Istanbuls einen Terror-Anschlag. Nichtsdestotrotz sind wir geflogen – und haben es nicht bereut. Sicher gefühlt haben wir uns die ganze Zeit: Überall hat man Sicherheitskräfte gesehen, an vielen Stellen wurde man mit Handscannern kontrolliert, sogar an den Haltestellen der Straßenbahn.

Direkt neben dem Hotel, durch eine Häuserreihe getrennt, liegt der Gülhane-Park. Wir sind nur ein Stückchen weit hineingegangen, weil wir an diesem Tag noch so einiges andere vorhatten. Aber wie man sieht: Er ist schnuckelig. Direkt daneben gehts dann zum Topkapi-Palast, bekannt aus dem gleichnamigen Film. Wir haben uns allerdings nur das Eingangstor angeschaut und sind dann weiter zur Cisterna Basilica.

Der Eingang vom Topkapi-Palast.

Die Zisterne ist fast 1500 Jahre alt und diente damals als Wasserreservoir für den Großen Palast. Das Wasser dafür kam aus 19 km Entfernung über Viadukte. Es ist sehr beeindruckend, was hier geschaffen wurde. Es gibt über 300 Säulen, die das Gewölbe stützen, das Reservoir fasst ungefähr 80.000 Kubikmeter Wasser. Die Zisterne war übrigens ebenfalls Schauplatz einiger Filme.

Weiter gings über eine Straße zur Hagia Sofia. Sie wurde ebenfalls im 6. Jahrhundert gebaut und ist immer noch ein Wunderwerk der Architektur. Die Kuppel mit 32 Metern Durchmesser liegt auf nur 4 Stützpunkten.

1453 wurde die Stadt von den Osmanen erobert, aus der Kirche wurde eine Moschee – und 1934 wurde aus der Moschee dann ein Museum. Deshalb sieht man heutzutage auch noch viele christliche Symbole, die im 15. Jahrhundert einfach übertüncht wurden.

Der nächste Punkt auf der Besuchs-Liste war die Blaue Moschee. Die ist 24 Stunden geöffnet – außer es findet ein Gottesdienst statt. Besucher dürfen durch einen Seiteneingang rein, wenn sie sich an die vorgeschriebene Kleiderordnung halten. Kurze Hosen? Tabu. Kurze Röcke? Noch mehr tabu. Frauen müssen ein Kopftuch tragen. Aber zum Glück gibts am Eingang Röcke und Kopftücher zum kostenlosen Ausleihen. Dann noch die Schuhe ausziehen und man darf ins Innere.

Viele Ornamente sind im Blauton gehalten, dshalb heißt sie wohl auch „Blaue Moschee“. Sie ist übrigens komplett mit Teppich ausgelegt, deshalb bekommt man auch als Tourist keine kalten Füße.

Was man in Istanbul keinesfalls verpassen darf: Einen oder mehrere der Basare besuchen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich davon kein einziges Bild habe. Der Eindruck dort war einfach zu überwältigend. Besonders der sogenannte „Große Basar“ (er wird auch „ägyptischer Basar“ genannt) ist eine kleine Stadt für sich. Komplett überdacht ist er mit seinen vielen kleinen Gassen und den wirklich Hunderten von Geschäften und Verkaufsständen ein echtes Labyrinth. Wenn man ein paarmal rechts und links abbiegt, hat man echte Schwierigkeiten, wieder herauszufinden. Zum Glück gibt es auch jede Menge Ein- und Ausgänge, es ist halt nur die Frage, in welchem Teil der Stadt man wieder rauskommt.

Ganz in der Nähe des Hotels war auch der Fährhafen von Eminönu (so hieß unser Ortsteil). Die Fähren verbinden so ziemlich ganz Istanbul auf dem Wasserweg – jedenfalls die Stadtteile, die am Wasser liegen. Übrigens ist hier das „Goldene Horn“, eine Bucht des Bosporus, die im europäischen Teil von Istanbul den Norden vom Süden trennt. Eine der Brücken über diese Bucht ist die Galata-Brücke: Oben Verkehr, unten Geschäfte und Restaurants:

Auf der Brücke (oben) standen weit über hundert Angler.

Über die Brücke kommt man in die Stadtteile Karaköy und anschließend Beyoglu. Beyoglu hat zwei Merkmale: Hier gibt es ein Stadion, dass den Namen des türkischen Ministerpräsidenten trägt. Und hier ist die beliebte Einkaufsstraße Istiklal Cadessi, in der Mitte März der Anschlag stattfand. Aufgefallen ist uns eine Woche später dort aber nichts.

Eine uralte Straßenbahn, die durch die komplette Istiklal Cadessi fährt. Mehr als 20 Leute passen nicht rein – und die müssen sich quetschen.

Noch etwas empfehlenswertes: Die „Long Bosporus Tour“ mit einer Fähre. Die fährt dann vom Hafen in Eminönü den kompletten Bosporus hoch bis zur Endstelle Anadolu Kavagi im asiatischen Teil Istanbuls. Von hier aus kann man dann den Beginn des Schwarzen Meeres sehen – besonders, wenn man sich die Mühe macht und zur alten Burgruine Yoros Kalesi wandert (Vorsicht: Nichts für Asthmatiker !!! Es geht ca. 1 km ziemlich steil hoch und dann kommen noch jede Menge Treppen).

Die Fahrt mit der Fähre dauert einfach ca. 1,5 Stunden. An Bord gibt es aber Getränke und Snacks. Während der Fahrt kommt man an einer ganzen Reihe von Moscheen und Palästen vorbei, am Stadion von Besiktas Istanbul und fährt unter der bekannten Bosporus-Brücke durch, die Europa mit Asien verbindet.

Was man in Istanbul keinesfalls versäumen darf: Geht in eine der vielen Konditoreien und futtert Euch durch die absolut gigantisch aussehenden Kuchen !! Die meisten sind zwar pappsüß (und totale Kalorienbomben), aber da muss man durch 😉

Danke an Susi für das Foto, ich hatte nämlich keins 😉

Zum Schluss ein Resümee: Istanbul ist groß, laut, hektisch und nichts für schwache Nerven. An allen Ecken und Enden wird man fast schon genötigt, in ein Restaurant oder ein Geschäft zu gehen. Das häufigste Wort für mich war „no“ 😀 Ansonsten ist die Stadt echt faszinierend. Kurz nach diesem Trip hätte ich mir vorstellen können, in ein paar Jahren oder so noch mal für ein paar Tage hinzufliegen. Aber mittlerweile, bei der dortigen politischen Lage …

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